Wenn man doch einige Bausätze zur Auswahl hat, ist die Wahl der Qual natürlich sehr gross. Da ich schon lange kein Militärfahrzeug mehr gebaut hatte, reizte mich den MLRS von Italeri doch am meisten. Also schnell in den Keller und den Bausatz entstauben und in die gute Bastelstube bringen. Meine Erfahrungen mit diesem Modell möchte ich nun in dem folgenden Baubericht weitergeben.

Der Bausatz

Als Ich die Schachtel das erste mal geöffnet habe, war ich sehr beeindruckt von der Anzahl der Teile die dieser Bausatz aufweist. Die Teile sind auf 6 Spritzrahmen verteilt. Zusätzlich ist die Wanne einzel beigelegt. Erfreulich ist auch, dass die Ketten als Spritzgussteile in verschiedenen Segementen beiliegt. Die Fenster sind aus durchsichtigem Plastikmaterial auszuschneiden, doch wahr dieses Material bei meinem Bausatz nicht enthalten. Nach genauerem begutachten der Teile stellte sich schnell heraus das es sich hier um den Dragon Bausatz handelt. So viel ich weiss ist dieser Bausatz auch der einzige auf dem Markt. Auch der Bausatz von Revell basiert auf diesem.

Leider sind dem Bausatz die Teile für die Raketenbehälter nicht beigelegt wie sie im ursprünglichen Bausatz von Dragon enthalten sind. Die Teile mach einen recht guten Eindruck auch wenn dieverse unsaubere Güsse zu verzeichnen sind. Einige der Teile sind so fein ausgelegt, dass bei heraustrennen mit höchster Vorsicht zu walten ist.

Der Bau

Bevor ich mit einem Bausatz beginne, stellt sich immer wieder die gleiche Frage; wie soll das Modell am Schluss präsentiert werden. Ich hatte mich entschieden das Modell auf einer kleinen Bodenplatte zusammen mit einer Figur zu zeigen. Da der Innenraum recht gut detailiert ist, wollte ich natürlich auch diesen dem Betrachten nicht vorenthalten und beschloss eine der beiden Türen und die Dachluke offen darzustellen. Am Anfang stellt sich auch immer wieder die Frage ob man Fotoätzteile aus dem Zubehörmarkt verwenden soll oder nicht. Kurz nachdem ich mit dem Bau begonnen habe, war von Eduard ein umfangreiches Aetzteilset für die innen- und ausendetailierung auf dem Markt gekommen. Da Eduard seine Baupläne auf dem Netz zum download zur Verfügung stellt, kann man sich bereits im voraus schon ein recht gutes Bild davon machen. Ich kann die Sets von Eduard auf jedem Fall embfehlen. Mir waren die beiden Sets doch ein wenig zu teuer. Ich habe die Bauanleitungen studiert und habe versucht einige der Ergänzungen mit alternativen Materialien zu erstellen.

Begonnen habe ich mit der Wanne. Diese kann relativ einfach verarbeitet werden. Ich habe mich entschlossen die Laufräder noch nicht an der Wanne zu befestigen, die vereinfacht die Bemalung. Nach dem Zusammenbau der Wanne erfolgte der Fahrerraum. Ich habe alle Teile, welche auf dem Fussboden angebracht sind zuerst auf diesem angeklebt. Anschliessend klebte ich alle Seitenteile der Kabine zusammen und habe alle dort befestigten Teile angebracht. 

Das Dach wurde noch nicht angeklebt, da sonst die Bemalung des Innenbereichs nur noch schwer möglich ist. Im Innenraum habe ich noch die Haltegriffe für den Beifahrer mit 0,8mm Draht ergänzt. Am Funkgerät an der Rückwand kam noch einige Kabel aus Messingdraht hinzu und das Gas- und Bremspedal wurde aus 0,3mm Alublech neu aufgebaut. Jetzt konnte die Kabine innen mit Palegreen gespritzt werden. Nach der Detailbemalung mit dem Pinsel erfolgt ein Washing und Drybrushing und verleit dem Ganzen eine räumliche Tiefe. Jetz konnte die Kabine auf die Wanne angebracht werden. Während dem Bau stellt ich immer wieder fest, dass die Passgenauigkeit bei diesem Bausatz nicht die beste ist. An vielen Stellen musste immer wieder nachgearbeitet und gespachtelt werden. Aussen an der Kabine habe ich alle Griffe aus Messingdraht neu erstellt. Die Griffe auf dem Dach waren vorallem davon betroffen.

Diese sind nur angedeutet sehen nicht so gut aus. Ich habe alle abgefeilt und aus 0,3 mm Messingdraht neu gebogen und in vorgebohrte Löcher geklebt. Jetzt sieht es schon viel besser aus! Gemäss der Bauanleitung können die Dachluke und die Spliterschutzblende beim Fahrer beweglich gestaltet werden. Da ich aber auch etwas vom Innenraum sehen will, musste genug Licht hinein kommen. Bei den beiden weiteren Spliterschutzblenden können nur die Lamellen offen dargestellt werden. Dadurch ist der Lichteinfall nicht sonderlich gut. Ich entschlosss mich die beiden Blenden abgeklapt darzustellen. Die zusätlich benötigten Teile fertigte ich aus Messingdraht und Plastikplatten neu an. Die Fenster wurden zum Schutz des Innenraums bereits jetzt schon eingklebt und mussten für das Lackieren abgeklebt werden. Da ich die Fahrertüre offen darstellen wollte, musste diese an der Innenseite die Detaillierung noch verbessert werden. Ich habe die Details gemäss den Anleitung von Eduard aus Alublech erstellt. Damit sehen die Griffe und Halterungen wesentlich besser aus. Die Türen waren somit fertig wurden aber noch nicht am Modell befestigt. Als nächstes Stand der Raketenwerfer auf dem Programm. Nach ausführlichem Studium der 

Bauanleitung entschloss ich mich nicht nach dieser vorzugehen. Da die Passgenauigkeit ja nicht die beste ist, wollte ich zuerst alle Seitenteile zusammenfügen und diese verspachteln. Anschliessend wurde von unten die Innereien eingeschoben. Es stellt sich schnell heraus, dass dieses Vorgehen nicht besonders gut war. Der restliche Aufbau war die reinste Fummelei! Man sollte halt an die Bauanleitung halten!! Damit war das Modell im Rohbau fertig und stand bereit für die Bemalung.

Die Bemalung

Bei der Bemalung eines Fahrzeuges der Bundeswehr ist der Tarnplan vorgegeben - eigentlich sehen ja alle MARS-Systeme leich aus. Also habe ich mein MARS genau nach diesem Tarnplan getarnt. Da ich kein Liebhaber von Emailfarben bin, verwendete ich ausschließlich Tamiya Farben.

Zunächst wurde alles komplett mit Schwarz XF-1 grundiert. Hierdurch werden die unterschiedlichen Oberflächen der kleinen Spachtelstellen, der Messingdrähte, der Alubleche und des Plastiks angeglichen für die eigentliche Bemalung. Zusätzlich erreicht man bereits eine erste Tiefenwirkung.

Nachdem alles gut druchgetrocknet war, folgte die Hauptfarbe XF-67 Nato Green. Das ganze Fahrzeug wurde mit dieser Farbe mit der Airbrush behandelt. Was nun folgte war eine größere Herausforderung! Das Tarnmuster gemäß Tarnplan aufbringen. Ich entschloss mich dieses mit der Airbrush freihändig aufzutragen. Also wurde das Tarnmuster mit XF-68 Nato Brown und XF-69 Nato Black aufgebracht.

Nachdem mein MARS nun in werksfrischer Dreifarblackierung da stand, habe ich das ganze Modell mit Future überzogen um die Decals aufzubringen. Im Anschluß an das Filtering folgte ein leichtes Washing mit verdünntem Schwarz. Da Bundeswehr Fahrzeuge im Großen und Ganzen doch recht gut gewartet werden, habe ich lediglich die Kanten und Vertiefungen mit dem Washing unterlegt. Ich wollte ja nur optische Tiefe erzeugen. Trockengemalt habe ich mit einem mintfarbenen Ölfarbenmix.

Nach dem Trockenmalen habe ich das ganze Modell mit einer Schicht matten Klarlacks überzogen um das glänzende Erscheinungsbild das mit dem Future erzielt wurde wieder zu eliminieren.

Als nächstes mussten nur noch die Ketten noch zusammen gebaut werden. Dem Bausatz liegt keine Vinylkette bei, sondern eine Spritzgusskette mit unterschiedlichen Segmenten. Der Zusammenbau stellte sich jedoch als ziemliche Fummelei heraus. Die Ketten wurden in jeweils zwei Teilen angefertigt, damit sie später auch noch aufgezogen werden konnten. Diese wurden anschliessend mit Gun-Metal von Tamiya grundiert. Dann folgte das bemalen der Kettenpolster mit Mattschwarz und ein Washing mit Umbra gebrannt. Ganz am Schluss wurde das Modell noch mit einem Nebel aus Tamiya Buff überzogen.